1. Etappe: Turin (Candiolo) - Casteldelfino (100 KM, 1.200 HM)

Nach den Rocky Mountains backen wir wieder etwas kleinere Brötchen und nehmen uns einen weiteren Teil der Alpen vor. Ein Novum gleich zu Beginn: Das Auto dient uns als nächtliches Transportmittel zum Start in einem kleinen Dorf bei Turin. Ohne Schlaf besteigen wir am 18.08.2003 die Räder und nehmen die ersten 100 km bis zum Fuße des ersten Bergriesen in Angriff.

2. Etappe: Casteldelfino - Chantmerle (90 KM, 2.600 HM)

Ab Casteldelfino fehlen uns noch rund 1.500 Höhenmeter bis zum Colle d'Agnello (2.748 m), Grenzpass zwischen Italien und Frankreich. Auf der Route Napoleon gedenkt man überall des 1815 über die Alpen gezogenen französischen Massenmörders.

Zweiter Pass an diesem Tag ist der Col d'Izoard (2.360 m), eine der unzähligen Legenden der Tour de France. Übernachtet wird in Chantmerle, einem Kaff bei Briancon.

3. Etappe: Chantmerle - Rochetaillée (113 KM, 2.500 HM)

Endlich! Neun Jahre nach meiner ersten Begegnung mit dem Col du Lautaret (2.058m) kann ich behaupten, auch tatsächlich raufgefahren zu sein.

Seinen Reiz gewinnt dieser Berg allerdings nur dadurch, dass am Scheitelpunkt die Straße zur Südrampe des Col du Galibier (2.645m) abzweigt. Also nix wie rauf! Dabei ziehen wir einen lästigen Artgenossen im Windschatten mit und sind in nullkommanix oben, schauen runter und fahren auch schon wieder ab.

Wir überqueren den Galibier also nicht, sondern bereiten uns psychisch und physisch auf den Anstieg nach Alpe D'Huez (1.860m) vor. Alex muss unbedingt wissen, ob er schneller als ein Arbeitskollege sein kann und rast bergauf. Ich keuche bis zur vorletzten Kehre mit, dann muss ich leider zur Kenntnis nehmen, dass durchgehend steile Rampen Gift für mich sind. Auffahrtszeit: 1 Stunde 15 Minuten.

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4. Etappe: Rochetaillée - Bourg St. Maurice (135 KM, 3.200 HM)

Etwas abseits der stark befahrenen Routen liegt der Col du Glandon (1.924 m). Heute hat Alex seine liebe Mühe mit dem Berg. Kämpft er gar mit den Strapazen des Vortages? Obwohl nicht sehr hoch, hat der Berg vor allem landschaftliche Reize.

So wie der Glandon ist auch der Col de la Madeleine (2.000 m) untrennbar mit der Tour de France verbunden. Zum Glück stehen wir unter keinem Zeitdruck und können die anspruchsvolle Auffahrt "genießen". Kurz überlegen wir, in Moutiers zu übernachten, dann fahren wir doch bis Bourg St. Maurice weiter.

5. Etappe: Bourg St. Maurice - St. Rhémy (110 KM, 2.500 HM)

Der Kleine St. Bernhard (2.188 m) ist eine lockere Spazierfahrt im Schatten des Mont Blancs. Allerdings haben gerade leichte Wege die dumme Eigenheit, dass man zu trödeln beginnt, die Pausen etwas ausgedehnter gestaltet und am End' des Tages zu spät dran ist. So müssen wir uns unterhalb des großen Bernhard-Bruders ein Quartier suchen. Wir bekommen das allerletzte Zimmer im allerletzten Dorf vor der Passhöhe...

6. Etappe: St. Rhémy - Turin (Candiolo) (204 KM, 800 HM)

Den Großen St. Bernhard (2.473m) schaffen wir also entgegen unserer Planung erst heute. Noch vor dem Frühstück satteln wir die Gäule und fliegen ohne Gepäck dem Berg entgegen. Dann: Fühstück und Abfahrt ins Aosta-Tal, in dem die Sonne schon am Vormittag gnadenlos runterbrennt.

Insgesamt radeln wir an diesem Tag 204 km, samt "Bernhard" und extremer Hitze. Am späten Nachmittag stehen wir umgezogen und abfahrbereit beim Auto, das uns über Nacht sicher nach Wien zurückbringt. Ankunft am 24.08., 0630 Uhr.

Strecke: Turin - Turin, 753 Kilometer, 18.08. - 23.08.2003

Pässe: Colle d'Agnello (2.748 m), Col de Galibier (2.645 m), Gr. St. Bernhard (2.473 m), Col d'Izoard (2.360 m), Kl. St. Bernhard (2.188 m), Col du Lautaret (2.058 m), Col de la Madeleine (2.000 m), Col du Glandon (1.924 m), Alpe d'Huez (1.860 m)

Höhenmeter: 12.800